Reflexzonentherapie am Fuß nach Hanne Marquardt
Wissenswertes für Patientinnen und Patienten
Die Reflexzonentherapie am Fuß (RZF) ist eine Behandlungsform, die sich im Laufe
von vielen Jahren aus altem Volkswissen zu einer exakt ausgearbeiteten Therapie
entwickelt hat. Sie hat zwar ihren Ausgangspunkt am Fuß, bewirkt jedoch mehr als
eine übliche Fußmassage. Durch die RZF wird gesamthaft eine Verbesserung
gestörter Organ- und Gewebefunktionen des Menschen erreicht. Sie gehört in den
Bereich der Komplementärmedizin, die die Selbstheilungskräfte des Menschen
fördert und nicht einseitig seine Symptome und Krankheiten bekämpft. Sie kann
als eigenständige Behandlung oder in Kombination mit anderen Methoden angewendet
werden.
Geschichtliche Entwicklung
1958 lernte Hanne Marquardt die Methode kennen und behandelte mit ihr viele
Kranke mit den unterschiedlichsten Symptomen und Beschwerden. 1967 begann sie
mit dem systematischen Unterricht für medizinisch-therapeutische Fachkräfte. In
den folgenden Jahren entwickelten sich weitere 15 autorisierte Lehrstätten im
In- und Ausland. Die RZF nimmt heute in einer großen Anzahl von Kliniken, Praxen
und Sanatorien einen gleichwertigen Platz neben anderen Anwendun-gen aus der
physikalischen Therapie ein.
Zum Verständnis der Methode
Wie andere Stellen (z. B. das Ohr), "reflektiert" auch der Fuß im verkleinerten
Maßstab den Zustand des ganzen Menschen. Ein gesunder Mensch hat üblicherweise
einen schmerzfreien Fuß, der sich warm und elastisch anfühlt und gut durchblutet
ist. Wenn sich bestimmte Bereiche im Gewebe des Fußes, die sog. Reflexzonen,
durch die speziellen Griffe dieser Therapie als schmerzhaft erweisen, sagt dies
soviel aus, dass das zugeordnete Organ oder System behandlungsbedürftig ist.
Die seit langer Zeit vorhandenen Erfahrungen belegen, dass sich durch eine
gezielte Behandlung dieser Zonen, der Gesundheitszustand des Menschen verbessert
und vorhandene Symptome und Beschwerden verschwinden können. In den letzten
Jahrzehnten konnten diese Beobachtungen auch durch klinische Studien bestätigt
werden.
Der Schmerz in den Reflexzonen ist somit eine Art "Wegweiser" auf der
"Landkarte" der Füße, denn er führt uns zu den behandlungsbedürftigen Bereichen.
Üblicherweise wird Schmerz als "Feind" angesehen, den es zu bekämpfen gilt. Die
RZF geht als Ordnungs- und Regulationstherapie einen anderen Weg: Sie versteht
ihn als Hinweis, dass die Heil- und Regenerationskraft des Menschen Hilfe und
Unterstützung braucht.
Reaktionen
Die Patientin, der Patient erlebt in den Zeiten zwischen den einzelnen
Behandlungen Reaktionen, denen eine besondere Bedeutung zukommt, denn durch sie
zeigt sich eine Wende im Verlauf der Krankheit an.
Die Heilkraft des Menschen, sein "Innerer Arzt", bedient sich häufig der
Ausscheidungsorgane Darm, Niere und Haut, um sich von Stoffwechselrückständen
und Gewebegiften zu befreien.
Die Schleimhäute der Nasennebenhöhlen und der Bronchien können mit vermehrtem
Abhusten und kurzfristigem Schnupfen reagieren.
Erfrischender Schlaf, entspannende Müdigkeit, gesteigerte Vitalität und
Lebensfreude sind weitere Zeichen einer gesamthaften Stabilisierung. Frauen
sollten wissen, daß sich manchmal auch die monatliche Regel verschieben kann.
Die teilweise unerwarteten oder auch unangenehmen Reaktionen sind nicht negativ
zu werten, sondern gleichen einem kurzen Frühjahrsputz im Organismus, der
erwarten läßt, daß sich der Mensch in seinem "Gehäuse" danach um so wohler
fühlen wird.
Gute Indikationen für die RZF
Schmerzen und Erkrankungen der Wirbelsäule, Gelenke und Muskulatur,
Kopfschmerzen, Veränderungen des Blutdrucks,
akute und chronische Störungen im Verdauungstrakt,
Erkrankungen und Belastungen der Nieren und der Blase,
akute und chronische Erkrankungen der Atemwege,
Unterleibsbeschwerden, z.B. Schmerzen vor und während der Menstruation,
erhöhte Infektanfälligkeit und Allergien, besonders auch bei Kindern.
Wichtig: Patientinnen und Patienten mit akuten oder
chronischen Entzündungen der Venen, oder mit ansteckenden und hoch fieberhaften
Erkrankungen eignen sich nicht für die RZF.
Vorschläge, was Sie selbst zur Pflege Ihrer Füße tun können:
Sorgen Sie immer für warme Füße, z.B. durch genügend Bewegung, Fußbäder und aktive Fußübungen.
Halten Sie Ihre Füße frei von verhornter Haut, Hühneraugen, Schwielen und Fußpilz, soweit es Ihnen selber möglich ist; bei Bedarf ist eine fachkundig durchgeführte Fußpflege eine gute Hilfe.
Setzen Sie Ihre Füße, sooft Sie können, den natürlichen Reizen Licht, Luft, Wasser aus und gehen Sie in Ihrer Freizeit oder im Urlaub barfuß, wenn sich Ihnen die Gelegenheit bietet.
Seien Sie anspruchsvoll in der Auswahl der Fußbekleidung und bevorzugen Sie natürliche Textilien und formgerechtes Schuhwerk.
Und erinnern Sie sich in Dankbarkeit: Die Füße sind der Teil von Ihnen, der Sie geduldig jahrein, jahraus durch jede Lebenssituation trägt!